Lehrstuhl für Maschinenelemente und Getriebetechnik (MEGT)

Verschleißverhalten von Radial-Wellendichtringen unter Schmutzeinwirkung

Der Lehrstuhl MEGT beschäftigt sich im Bereich der Dichtungstechnik verstärkt mit den Einflüssen von abrasiv wirkenden Partikeln im Dichtring-Wellen Kontakt. Neben dem Einfluss verschiedener Partikel auf den Dichtkontakt spielt hierbei vor allem die Beaufschlagungsmethode eine wichtige Rolle. Um diese Einflüsse besser untersuchen bzw. verstehen zu können, wurden am MEGT verschiedene Beaufschlagungsvorrichtungen entwickelt und im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte eingesetzt.

Bürstendosierer:

Der Bürstendosierer ist eine Dosiervorrichtung mit deren Hilfe ein Gasstrom kontinuierlich mit einer definierten Menge Staub beladen werden kann. Die Staubfüllung wird mit Hilfe eines Dosierkolbens, dessen Vorschub variabel einstellbar ist, in Richtung einer rotierenden Bürste bewegt. Durch die Rotation der Bürste wird eine definierte Staubmenge von der Staubfüllung abgetragen und an den vorbeiströmenden Luftstrom abgegeben.

 

Die mit Schmutzpartikeln kontaminierte Luft wird über ein Verteilersystem auf die angeschlossenen Prüfzellen verteilt. Die einzelnen Ausgänge des Verteilersystems werden mittels softwaregesteuerten Magnetventilen geöffnet bzw. geschlossen.

Der Antrieb und das Verteilersystem des Bürstendosierers sind automatisiert und die Dosiermenge/-zeit kann je nach Anwendungsfall eingestellt werden.

Schmutzwasseraggregat:

Um einen mit Schmutzpartikeln versehenen Wasserstrom zu generieren und zu den entsprechenden Prüfzellen zu pumpen steht ein selbstentwickeltes Schmutzwasseraggregat zur Verfügung.

Das Aggregat setzt sich zusammen aus einem Schmutzwasserbehälter und einer Pumpe, die zur Förderung des Mediums dient. Des Weiteren ist ein Rührantrieb verbaut, der für eine ausreichende Durchmischung des Schmutzwassers sorgt und ein Absetzen der Schmutzpartikel verhindert. Über einen Bypass kann der geförderte Volumenstrom an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden.

 

Prüfzellen:

Zur eigentlichen Beaufschlagung einer Prüfdichtung mit einem Schmutzluft- oder Schmutzwassergemisch stehen am Lehrstuhl MEGT entwickelte Prüfzellen zur Verfügung.

Diese Prüfzellen bestehen aus einem Ölraum, der zur einen Seite durch die Prüfdichtung und zur anderen Seite durch eine Sekundärdichtung abgedichtet ist. Auf der Prüfdichtungsseite wird die Beaufschlagungseinheit an der Prüfzelle angeschraubt. In der Beaufschlagungseinheit sind über den Umfang 8 Düsen angeordnet, über die der Prüfling mit dem Schmutzmedium beaufschlagt wird.

Grundsätzlich sind die Prüfzellen modular aufgebaut und können ohne Beaufschlagungseinheit auch zur Förderwert- und Leckagemessung für unterschiedlichste Dichtringgrößen eingesetzt werden. 

Zum Seitenanfang