Lehrstuhl für Maschinenelemente und Getriebetechnik (MEGT)

Weiche Wellenlaufflächen

Radialwellendichtringe werden zur drucklosen Abdichtung von rotierenden Wellen eingesetzt. Die Gegenlauffläche bildet dabei meist eine gehärtete und im Einstich geschliffene Wellenoberfläche nach [DIN3760] bzw. [DIN3761].

Zur Sicherstellung einer drallfreien Oberfläche werden sehr lange Ausfunkzeiten beim Schleifen gefordert, die aber heute, aufgrund kostenoptimierter Fertigung, nicht mehr einzuhalten sind. Es wird immer mehr nach günstigeren und kürzeren Bearbeitungsverfahren gesucht, wobei es dabei oft zu frühen Ausfällen des Dichtsystems durch u.a. Drallstrukturen auf der Wellenlauffläche kommt. Vor allem die Automobilindustrie und die Automobilzulieferindustrie sind davon stark betroffen.

In der Vergangenheit wurde deshalb verstärkt nach alternativen Fertigungsverfahren gesucht. Untersuchungen mit gedrehten Oberflächen haben gezeigt, dass diese in Verbindung mit einer dynamischen Dichtung ein funktionierendes Dichtungssystem darstellen können, die Anforderungen an das Drehverfahren aber sehr hoch sind. Drehverfahren, die diese Anforderungen Erfüllen sind zum einen das Tangentialdrehen, zum anderen das Einstechdrehen. Beide Verfahren werden heute schon eingesetzt erfolgreich in Verbindung mit gehärteten Wellen eingesetzt.

Der Einsatz von gehärteten Wellen ist aber nicht in jedem Fall notwendig, speziell bei  Antrieben mit kurzer Laufzeit und geringer Schmutzbeaufschlagung kann auf das Härten verzichtet werden, so dass sich das Tangentialdrehen bzw. Einstechdrehen, als sehr kostengünstige und schnelle Alternative zu konventionellen Verfahren herausstellt.

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